Folge 23: Entscheidungen

Folge 23: Entscheidungen

Welche Einflüsse spielen bei Entscheidungen denn nun erstmal generell eine Rolle? Unser Eigenwahrnehmung, Einflüsse aus unserer Umgebung und unsere Emotionen sitzen immer mit am Tisch, wenn wir über einer Sache brüten. 

Emotionale Entscheidungen sind dabei nicht mit dem Bauchgefühl zu verwechseln. Eine emotionale Entscheidung sollten wir vermeiden: Der rationale Teil unseres Gehirns ist dann einfach gerade nicht anwesend und ohne ihn, kommen selten nachhaltig gute Entscheidungen zustande. Ich stelle mir bei Entscheidungen zunächst die Frage: Was kann bestenfalls und was kann schlimmstenfalls passieren? Könnte ich mit einer dieser Konsequenzen Leben? Welche Informationen habe ich aktuell? Welches Bauchgefühl habe ich? Wenn ich mir alle Fakten, die mir für mein Thema zur Verfügung stehen beleuchtet habe, wie verändert sich mein Bauchgefühl?

Bei Entscheidungen spielt das Bauchgefühl immer mit

Ich mache es euch an einem Beispiel deutlich: Vor ein paar Jahren habe ich ganz konkret überlegt, mich beruflich nochmal komplett neu zu orientieren. Dieser Gedanke war erstmal präsent, aber nichts, was ein sofortiges Handeln notwenig gemacht hätte. So habe ich gewartet, wie sich dieser Gedanke/dieses Gefühl mit den Monaten entwickelt. Er hatte sich nicht aufgelöst, also habe ich mich aktiv mit Pros und Contras auseinandergesetzt. Dann mit neuen beruflichen Möglichkeiten. Also was wären die konkreten Alternativen? Gemäß meinem damaligen Gefühl hätte ich meinen Beruf wechseln müssen. Ein langwieriger und rationaler Prozess hat mich aber dann doch dabei bleiben lassen. Mein Bauchgefühl sprach eine andere Sprache. Heute habe ich es nicht bereut und bin wieder sehr zufrieden. Hätte ich auf mein Bauchgefühl gehört, wäre es wohl nicht so gut ausgegangen, aber wer weiß. Das Bauchgefühl ist jedenfalls nicht immer richtig. Letztendlich konnte ich innerhalb meines Berufs dann die Veränderungen herbeiführen, die auch mein Bauchgefühl wieder in die Zufriedenheit und Einklang damit gebracht haben. Wäre mein Bauchgefühl jedoch unverändert geblieben, so hätte ich es sicher langfristig nicht gnoriert.

Versteht ihr, was ich euch mit diesem Beispiel sagen möchte? Ihr habt eine wichtige Entscheidung vor euch. Gebt der Sache erstmal Zeit. Schaut, wie sich dieser Wunsch verfestigt. Gefühle sind oft flüchtig. Sie kommen und gehen und wir sollten auf keinen Fall sofort einem Gefühl hinterher springen. Wieso wird jede 3. Ehe in Deutschland geschieden? Da ist es ja ähnlich: Menschen folgen dem Gefühl, ein anderer würde sie glücklicher machen. Aber dies wird langfristig nie passieren. Kurzfristig vielleicht. Aber langfristig kann uns kein anderer Mensch das geben, wozu wir selbst nicht in der Lage sind. So etwas ist nicht möglich. Würden die Leute da öfter auch mal unangenehme Gefühle aushalten (damit meine ich ausdrücklich keine ungesunden Zustände), wäre die Scheidungsrate sicher eine andere.

Ihr habt also Zeit vergehen lassen, unangenehme Gefühle mal ausgehalten und beobachtet, wie sich die Gefühle in euch verflüchtigen oder verfestigen. Wenn sie sich verfestigt haben, solltet ihr euch nochmals alle möglichen Konsequenzen, Pros und Contras vor Augen führen. Wie schaut es danach aus? Ich selbst habe auch schon solche Listen gemacht. War aber insgesamt nie ein Freund von Pro und Contra-Listen. Wenn sich etwas nicht gut anfühlt, fühlt es sich mit ein paar notierten „Pro-Punkten“ nicht besser an. Umgekehrt ist es genauso: „Es fühlt sich falsch an – was bringen Dir „Pro-Punkte“. Trotzdem macht es Sinn, den rationalen Teil unseres Gehirns so gut wie möglich zu unterstützen. Und letztlich kann die Bewusstmachung aller relevanten Punkte ja auch unsere damit verbundenen Gefühle beeinflussen.

Viel Spaß beim anhören. Dein Niko

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