Folge 20: Geduld

Folge 20: Geduld

Wirkliche Geduld ist erst dann erreicht, wenn wir mild und ausgeglichen Zeit und Raum vertrauen. Es hat nichts mit Gleichgültigkeit zu tun, sondern mit verstehen. 

Heute trennen sich Menschen, weil sie vom anderen enttäuscht sind. Weil er ihnen nicht gegeben hat, was sie sich nur selbst geben können. Sie denken, da kommt etwas von außen, was nur von innen kommen kann. Tinder und Co. machen es möglich, dass Beziehungen wie Schuhe gewechselt werden können, ohne einen spürbaren Zeitverzug. Für mich ist dieses Paradebeispiel fehlender Geduld genau der Punkt, an dem der Belohnungsaufschub niemals einsetzten kann. Es geht darum unangenehme Gefühle der Einsamkeit schnell weg zu bekommen, sich bloß nicht mit sich selbst auseinanderzusetzen. Dabei wird schnell vergessen: von sich selbst kann man sich niemals trennen. Man kann an sich arbeiten und sich reflektieren, wenn man verstanden hat.

Ich bin früher auch schnell von einer zur nächsten Beziehung gewechselt, also zeige ich hier nicht mit dem Finger auf andere, sondern sage euch ehrlich, was nicht funktioniert.

„Geduld heißt, der Zeit den Zahn ziehen.“ (Thom Renzie)

Von innerer Ungeduld getrieben kommen in keinem Bereich des Lebens gute Dinge zu Stande. Nicht umsonst lautet einer der häufigsten Ratschläge: „Schlaf eine Nacht drüber.“ Wenn einen etwas total aufwühlt und beschäftigt, will man es natürlich sofort lösen. Nur der rationale Teil des Gehirns arbeitet in so einem Zustand einfach nicht richtig. Zwischen Reiz und Reaktionen liegt ein kleines Zeitfenster und wir sind gut beraten, wenn wir dieses Zeitfenster so groß wie möglich öffnen. Desto klarer werden wir nämlich. 

Und Geduld solltet ihr dabei natürlich nicht nur mit euch haben, sondern auch mit anderen. 

Wenn wir unsere Geduld trainieren wollen, sind Willenskraft und Gelassenheit sehr entscheidend. 

Wir dürfen nicht vergessen, dass wir eine Wahl haben. Wir fühlen uns vielleicht getrieben, aber wir können uns bewusst entscheiden.

Das Wort Nein spielt bei Gelassenheit eine wichtige Rolle. Vielleicht ist es nicht gerade das Erste, was uns in den Sinn kommt, aber Nein ist das Wort, mit dem wir unsere Grenze ziehen. Und diese Grenzen verschaffen uns innere Ruhe und Klarheit. Ich habe oft genug Ja gesagt, wo ich ein Nein gefühlt habe und so etwas ist für Gelassenheit absolut abträglich. Man fühlt sich damit alles andere als ausgeglichen. Lieber kurz der unangenehmen Situation stellen, jemand anderen zurück zu weisen oder ein klares Nein zu formulieren, als die unguten Gefühle, entgegen der eigenen Bedürfnisse zu handeln. 

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